Einfache Bedienung trotz Einschränkungen: 4 Handys für Senioren überzeugen im Test
Ein herkömmliches Smartphone kann für Menschen mit Sehschwäche oder Hörschwäche schnell zur Herausforderung werden. Spezielle Handys für Senioren wenden sich an Personen, die sehbehindert, schwerhörig oder motorisch eingeschränkt sind. Dadurch eignen sie sich nicht nur für die ältere Zielgruppe, sondern selbstverständlich auch für jüngere Menschen mit Handicap. Welche Modelle sich besonders leicht bedienen lassen, hat Stiftung Warentest geprüft (Heft 03/2021) und 15 Seniorenhandys einem Test unterzogen. Unter den Testkandidaten: Neun sogenannte Einfach-Handys ohne Apps, drei Hybrid-Handys und drei Senioren-Smartphones. Alle Modelle bieten eine Notruffunktion. Bei Druck auf die Notruftaste ruft das Handy hintereinander alle gespeicherten Notfallkontakte an. Die vier „guten“ Geräte im Test ignorieren Anrufbeantworter und setzen den Notruf solange ab, bis sie tatsächlich jemanden erreichen. Nur zwei Testkandidaten gleichen alle Handicaps aus.
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Gut für Menschen mit Hörschwäche: Das Einfach-Handy von Doro
Das beste Mobiltelefon für Senioren im Test ist das Doro 6040 (etwa 58 Euro). Bei dem günstigen Testsieger handelt es sich um ein sogenanntes Einfach-Handy. Das sind Mobiltelefone, auf denen sich keine Apps installieren lassen. Das Modell von Doro überzeugt mit guten Telefonfunktionen und einer einfachen Handhabung. Der Abstand zwischen den Tasten ist groß, außerdem gibt es Direkttasten für die Abfrage von Nachrichten sowie für die Kamera. Eine LED-Anzeige gibt Auskunft über den Ladestand des Akkus und neu eingegangene Nachrichten. Es lässt sich mit Hörgerät verwenden und eignet sich daher vor allem für hörgeschädigte Menschen. Im Notfall lassen sich SMS mit Standortangabe verschicken. Ein Kritikpunkt ist die recht kurze Akkulaufzeit. Insgesamt erhält das Doro 6040 die Note „Gut“.
Die Ergebnisse für das Doro 6040 im Überblick:
+ Telefonieren
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
– Akku
Merkmale:
✓ Notruf überspringt Anrufbeantworter
✓ Notfall-SMS mit Standortangabe (Satellitenortung)
✓ Kopfhörerbuchse/ Spule für analoge Hörgeräte
✓ Hauptkamera
✓ Ladezeit: 165 min.
✓ Länge x Breite x Dicke: 107 x 57 x 20 mm
✓ Gewicht: 116 g
Großes Display und Unterstützung bei Schwerhörigkeit: Das Einfach-Handy von Tiptel
Das Tiptel Ergophone 6420 (etwa 70 Euro) gehört ebenfalls zu den Einfach-Handys und erhält die Gesamtnote „Gut“. Es bietet eine hohe Netzempfindlichkeit und lässt sich von Personen mit Seh- und Hörschwäche leicht anwenden. Die klar gegliederte Tastatur und Direkttasten für drei Top-Kontakte erleichtern die Handhabung. Klingelton und Lautsprecher lassen sich besonders laut einstellen, eine Lupenfunktion erlaubt auch Anwendern mit Sehschwäche ein leichtes Lesen von Nachrichten und Menüpunkten. Der Detailgrad des Menüs lässt sich variieren. Auch bei diesem Seniorenhandy könnte der Akku etwas leistungsstärker sein.
Die Ergebnisse für das Tiptel Ergophone 6420 im Überblick:
+ Telefonieren
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
– Akku
Merkmale:
✓ Notruf überspringt Anrufbeantworter
✓ Ansage beim Wählen
✓ Spule für analoge Hörgeräte
✓ Hauptkamera
✓ Ladezeit: 135 min.
✓ Länge x Breite x Dicke: 106 x 57 x 23 mm
✓ Gewicht: 115 g
Bestes Smartphone für Senioren ist das Doro 8050
Testsieger unter den seniorentauglichen Smartphones ist das Doro 8050 (etwa 214 Euro). Die Telefonqualität ist zwar nur mittelmäßig, dafür punktet das Handy mit einer einfache Handhabung für Personen mit Seh- und Hörschwäche und mit motorischen Einschränkungen. Das Android-Betriebssystem ist gut an die Bedürfnisse von Senioren angepasst und bietet sinnvolle Assistenzfunktionen. Über die Doro-App lassen sich im Ernstfall Notrufe absetzen. Allerdings nerven die Meldungen des Betriebssystems und der installierten Apps. Die Endnote lautet „Gut“.
Die Ergebnisse für das Doro 8050 im Überblick:
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
– Telefonieren
– Akku
Merkmale:
✓ WhatsApp-Messenger optional
✓ Internet-Browser
✓ E-Mail-App
✓ App-Store verfügbar/ Google-Konto erforderlich
✓ Bildschirm berührungsempfindlich (Touchscreen)
✓ Sprachwahl
✓ Kopfhörerbuchse/ Spule für analoge Hörgeräte
✓ Hauptkamera/ Frontkamera/ Videoaufnahmen
✓ Ladezeit: 210 min.
✓ Länge x Breite x Dicke: 153 x 71 x 9 mm
✓ Gewicht: 165 g
Das Emporia Smart.4 eignet sich vor allem für schwerhörige Nutzer
Als viertes Seniorenhandy im Test erhält das Emporia Smart.4 die Note „Gut“. Die Sprachqualität fällt dank Voice over LTE (VoLTE) etwas besser aus als bei den anderen Testkandidaten, insgesamt sind die Telefonfunktionen jedoch nur mittelmäßig. Die einfache Anwendung dagegen überzeugt. Da es sich gut mit analogen Hörgeräten nutzen lässt, eignet es sich vor allem für Menschen mit Hörschwäche. Bei Sehschwäche unterstützen eine Lupenfunktion und große Symbole. Jedoch sendet auch dieses Smartphone nervige Meldungen des Betriebssystems und der Apps.
Die Ergebnisse für das Emporia Smart.4 im Überblick:
+ Handhabung
+ Haltbarkeit
– Telefonieren
– Akku
Merkmale:
✓ WhatsApp-Messenger optional
✓ Internet-Browser
✓ E-Mail-App
✓ App-Store verfügbar/ Google-Konto erforderlich
✓ Notruf überspringt Anrufbeantworter
✓ Notfall-SMS mit Standortangabe (Satellitenortung)
✓ Bildschirm berührungsempfindlich (Touchscreen)
✓ Sprachwahl
✓ Kopfhörerbuchse/ Spule für analoge Hörgeräte
✓ hohe Sprachqualität möglich (VoLTE)
✓ Hauptkamera/ Frontkamera/ Videoaufnahmen
✓ Ladezeit: 210 min.
✓ Länge x Breite x Dicke: 153 x 71 x 9 mm
✓ Gewicht: 165 g
Alle Hybrid-Handys sind „befriedigend“

Foto: pathdoc | Fotolia
Die weiteren sieben einfachen Handys für Senioren schneiden mit der Note „Befriedigend“ ab, darunter die vergleichsweise teuren Geräte Panasonic KX-TU466 (etwa 85 Euro) und Panasonic KX-TU446 (etwa 85 Euro). Sprachqualität und Netzempfindlichkeit lassen bei beiden Geräten zu wünschen übrig. Beide Modelle lassen sich recht einfach bedienen und eignen sich insbesondere für Anwender, die schwerhörig sind. Die Gebrauchsanleitung des KX-TU446 weißt allerdings Schwächen auf. Die Notruffunktion überspringt Anrufbeantworter nicht. „Befriedigend“ ist auch das sehr günstige Telme by Emporia C151 (etwa 27 Euro). Die Sprachqualität ist etwas schlechter als der Test-Durchschnitt, außerdem kritisieren die Tester das kleine Display und die eng zusammenliegenden Tasten. Das Telme by Emporia X200 (etwa 46 Euro) übersteht den Falltest nicht und erhält daher nur die Gesamtnote „Mangelhaft“.
Hybrid-Handys kombinieren große Tasten mit Internetzugang und vorinstallierten Apps. Die drei Testkandidaten aus dieser Kategorie sind jedoch allesamt nur „befriedigend“:
- Das Doro 7080 (etwa 88 Euro) bietet immerhin eine gute Telefonfunktion und eignet sich für Menschen mit Hörschwäche.
- Das Emporia Touchsmart (etwa 96 Euro) hat ein Touchscreen, das Display ist jedoch etwas klein, um komfortabel im Internet zu surfen.
- Das Bea-Fon SL860touch (etwa 92 Euro) mit Touchdisplay und Android-Betriebssystem lässt sich auch von Menschen mit motorischen Einschränkungen leicht bedienen. Im Falltest erweist es sich als wenig stabil, bleibt jedoch funktionsfähig.
Mit dem Bea-Fon M6 (etwa 155 Euro) erhält auch das dritte Smartphone für Senioren im Test die Note „Befriedigend“. Es bietet das größte Display im Vergleich und eignet sich für alle Menschen mit Handicap, bei Sehschwäche ebenso wie bei Schwerhörigkeit und motorischen Einschränkungen. Die Stabilität ist jedoch lediglich mittelmäßig.
Fazit: Senioren, die Einfach-Handys mit Tastatur bevorzugen, finden mit dem Doro 6040 und dem Tiptel Ergophone 6420 empfehlenswerte Geräte. Wie der Vergleich von Stiftung Warentest (Ausgabe 03/2021) zeigt, eignen sich beide Seniorenhandys vor allem für Menschen mit Hörschwäche, das Tiptel unterstützt auch Anwender, die sehbehindert sind. Unter den Smartphones im Test sticht vor allem das Doro 8050 positiv hervor. Auch das Emporia Smart.4 kann gefallen und bietet vor allem schwerhörigen Anwendern nützliche Funktionen.
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