Drucken in der dritten Dimension: Mit dem 3D-Drucker von Prusa gelingt es am besten
Kleine Alltagshelfer oder Sammelfiguren: Mit einem 3D-Drucker und dem passenden Filament lassen sich solche Dinge einfach zu Hause anfertigen. Wer einen 3D-Drucker kaufen möchte, findet bereits Modelle fĂŒr wenige Hundert Euro. Doch liefern diese gĂŒnstigen GerĂ€te auch gute Druckergebnisse ab? Um das herauszufinden, hat Stiftung Warentest acht 3D-Drucker fĂŒr den Heimgebrauch einem Test unterzogen (Heft 11/2020). Die Preisspanne reicht dabei von gerade einmal 270 bis hin zu 1.000 Euro. Als bester 3D-Drucker im Test fĂ€llt das teuerste GerĂ€t auf. Doch auch das preiswerteste Modell liefert noch gute Druckergebnisse ab. Abstriche mĂŒssen Nutzer von gĂŒnstigen Druckern bei der Handhabung und der Reinigung in Kauf nehmen. Um Filamentreste einfach aus dem Drucker entfernen zu können, empfehlen sich GerĂ€te mit offenem Druckraum. Ein geschlossenes GehĂ€use spart dagegen Energie, da sich der Druckraum nicht so schnell abkĂŒhlt.
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Der Prusa i3 MK3S 3D-Drucker ist Testsieger
Der Prusa i3 MK3S (etwa 1.000 Euro) ist das teuerste Modell im Test, ĂŒberzeugt aber auch als insgesamt bester 3D-Drucker. DafĂŒr gibt es die Gesamtnote âGutâ. Den Testern gefĂ€llt vor allem, wie vielseitig sich das GerĂ€t verwenden lĂ€sst. Der Prusa verarbeitet fast alle Filamente, von PLA ĂŒber ABS und PETG bis hin zu Nylon. Dabei druckt er auch mehrfarbig, ist sehr leise und leicht zu bedienen. Sogar sein eigenes Zubehör kann er ausdrucken. Allerdings ist der Stromverbrauch etwas hoch und teilweise sind Nacharbeiten an den Drucken erforderlich.
Die Ergebnisse fĂŒr den Prusa i3 MK3S im Ăberblick:
+ Druck
+ Handhabung
+ GerÀusch
+ unauffÀlliger Schadstoffgehalt
– Stromverbrauch
Merkmale:
â Druckraumvolumen: 11,0 Liter
â Druckbett beheizbar
â Display Höhe x Breite: 20 x 70 mm
â Display Auflösung Breite x Höhe: 100 x 32 Punkte
â AnschlĂŒsse: USB-B
â Kartenleser SD
â Höhe x Breite x Tiefe: 59 x 43 x 45 cm
â Druckraum Höhe x Breite x Tiefe: 21 x 25 x 21 cm
â Gewicht ohne Filament: 7,3 kg
â Stromkosten fĂŒr 1 kg Druckerzeugnis: 3,99 Euro
â Preis fĂŒr 1 kg PLA-Filament schwarz/ rot: 25 Euro/ 25 Euro
Platz 2 geht an den 3D-Drucker von Renkforce
Der Renkforce (Conrad) RF100 XL V2 (etwa 400 Euro) ist der beste 3D-Drucker unter 500 Euro und eine gĂŒnstige Alternative zum Testsieger. Er erhĂ€lt ebenfalls die Gesamtnote âGutâ und ĂŒberzeugt im Test durch hohe PrĂ€zision, gute MaĂhaltigkeit und einen geringen Stromverbrauch. Insgesamt fallen die Druckergebnisse durchschnittlich aus. Zum Testen bringt er viele PLA-Sorten mit. ABS druckt er allerdings nicht, da das Druckbett nicht beheizbar ist. Das Modell ist relativ schwer und im Betrieb recht laut. Aktuell ist es zudem nicht mehr lieferbar, ein Nachfolger ist allerdings in Planung.
Die Ergebnisse fĂŒr den Renkforce (Conrad) RF100 XL V2 im Ăberblick:
+ Handhabung
+ Stromverbrauch
+ unauffÀlliger Schadstoffgehalt
– Druck
– GerĂ€usch
Merkmale:
â Druckraumvolumen: 8,0 Liter
â Display Höhe x Breite: 50 x 60 mm
â Display Auflösung Breite x Höhe: 330 x 250 Punkte
â AnschlĂŒsse: USB-B
â Kartenleser SD
â Höhe x Breite x Tiefe: 59 x 38 x 56 cm
â Druckraum Höhe x Breite x Tiefe: 20 x 20 x 20 cm
â Gewicht ohne Filament: 15,5 kg
â Stromkosten fĂŒr 1 kg Druckerzeugnis: 0,89 Euro
â Preis fĂŒr 1 kg PLA-Filament schwarz/ rot: 24 Euro/ 28 Euro
So schneiden die anderen 3D-Drucker im Test ab
An fĂŒnf 3D-Drucker im Test vergibt Stiftung Warentest die Note âBefriedigendâ:
- Der XYZprinting da Vinci Mini w+ (etwa 270 Euro) bietet recht gute Druckergebnisse zum gĂŒnstigen Preis. Der Stromverbrauch ist gering, allerdings fehlt ein Display und der Druckraum ist vergleichsweise klein. ABS druckt er nicht.
- Der Creality CR-10 V2 (etwa 510 Euro) liefert gute Druckergebnisse ab, jedoch gibt es keine deutschsprachige Gebrauchsanleitung. LautstĂ€rke und Stromverbrauch sind mittelmĂ€Ăig.
- Der Flashforge Adventurer 3 (etwa 370 Euro) druckt schnell, allerdings leidet die QualitÀt. Er verbraucht sehr wenig Strom und ist einfach zu handhaben, die GerÀuschentwicklung ist etwas hoch.
- Der Anycubic i3 Mega S (etwa 294 Euro) ist insgesamt mittelmĂ€Ăig. Eine deutschsprachige Gebrauchsanleitung fehlt.
- âBefriedigendâ ist auch der Monoprice MP10 (etwa 395 Euro), der zwar recht gute Druckergebnisse abliefert, aber ebenfalls keine deutsche Gebrauchsanleitung mitbringt. Die Installation gestaltet sich kompliziert.
Lediglich fĂŒr die Note âAusreichendâ reicht es beim XYZprinting da Vinci Jr. WiFi Pro (etwa 465 Euro). Die Druckergebnisse sind mittelmĂ€Ăig, SchwĂ€chen zeigen sich vor allem in der Handhabung. Der kleine, geschlossene Druckraum lĂ€sst sich nur mĂŒhsam reinigen. Eine deutsche Anleitung fehlt auch hier.
Wie funktioniert ein 3D-Drucker?
Ob Abflusssiebe, Abroller fĂŒr Klebestreifen oder sogar ein Brillenetui: Mit einem 3D-Drucker lassen sich viele Alltagshelfer selbst herstellen. Doch wie funktioniert ein 3D-Drucker eigentlich? Derzeit gibt es drei verschiedene 3D-Drucktechniken. Das gĂ€ngige Verfahren fĂŒr den Heimgebrauch ist das sogenannte Fused Deposition Modeling (FDM), das auch alle GerĂ€te im Testbericht nutzen. Bei dieser Schmelzschichtung arbeiten die Drucker mit schmelzbaren Materialien, dem Filament, das als dĂŒnner Kunststoffdraht von der Rolle erhĂ€ltlich ist.
Bevor es an den Druck geht, mĂŒssen fĂŒr den 3D-Drucker zunĂ€chst Vorlagen erstellt werden. Das gelingt mit einem CAD-Programm, ist aber eher etwas fĂŒr geĂŒbte Entwickler. Einsteiger nutzen fertige Vorlagen. Eine spezielle 3D-Drucker-Software, Slicer genannt, sendet die Vorlage an den Drucker und ĂŒbermittelt die Anweisungen, wie das Objekt ausgedruckt werden soll. Die Software gibt es in der Regel beim Druckeranbieter.
Um die 3D-Drucke zu erstellen, erhitzt der Drucker das Filament mit einer DĂŒse und macht es so verformbar. AnschlieĂend trĂ€gt der 3D-Drucker es Schicht fĂŒr Schicht auf eine Ebene auf. Nach dem Druck muss das Objekt abkĂŒhlen und aushĂ€rten. Da dies nicht sofort geschieht, mĂŒssen Anwender eventuell StĂŒtzkonstruktionen einplanen.
Wie gelingen gute 3D-Drucke?
Wer 3D-Drucke erstellen möchte, braucht Geduld und etwas Ăbung. Trauen Sie sich nicht gleich an die Erstellung eigener Objekte, finden Sie im Internet 3D-Drucker-Vorlagen zum Ausprobieren. Wie gelingen gute 3D-Drucke? Wer seine Druckergebnisse verbessern will, sollte sich auf jeden Fall mit den Experteneinstellungen des Slicer-Programms auseinandersetzen. Unter anderem lassen sich die folgenden Einstellungen optimieren:
- Schichthöhe
- FĂŒlldichte
- Drucktemperatur
- Skalierung
- Druckgeschwindigkeit
Die individuellen Einstellungen lassen sich als Druckprofil speichern und bei Bedarf wiederverwenden. Vor dem Druck sollte das Objekt zudem mittels Druckvorschau im Slicer-Programm geprĂŒft werden. So können Anwender feststellen, ob es irgendwo Fehler gibt und ob eventuell StĂŒtzkonstruktionen notwendig sind oder falsch gesetzt wurden. Je nach Druckobjekt empfiehlt es sich auch, verschiedene Positionierungen auszuprobieren. Nicht jedes Objekt lĂ€sst sich am besten aufrecht stehend drucken. Bei einigen gelingen bessere Ergebnisse, wenn sie im Liegen gedruckt werden. Per Slicer lĂ€sst sich die Positionierung auf dem Druckbett einstellen und in der Druckvorschau prĂŒfen.
Fazit: Möchten Sie zu Hause richtig professionelle 3D-Drucke anfertigen, lohnt sich die Investition in ein hochpreisiges GerĂ€t. Gute 3D-Drucker fĂŒr den Heimgebrauch sind jedoch auch schon fĂŒr einige Hundert Euro zu haben. Das zeigt der Testbericht von Stiftung Warentest (Ausgabe 11/2020). Zum Testsieger erklĂ€rt die Redaktion zwar den teuren Prusa i3 MK3S, als bester 3D-Drucker unter 500 Euro bietet aber auch der Renkforce (Conrad) RF100 XL V2 gute Ergebnisse. Wer als Einsteiger einen gĂŒnstigen 3D-Drucker kaufen möchte, erhĂ€lt mit dem Anycubic i3 Mega S und dem XYZprinting da Vinci Mini+ eine gute DruckqualitĂ€t.
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